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Nachtbergung von 2 schwer verletzten Mädchen nach einem Autoabsturz im Bereich des „Hahntennjoch“
Am 01.10.2010 gegen 19.10 Uhr wurde die Flugeinsatzstelle Innsbruck von einem schweren Verkehrsunfall im Bereich des Hahntennjochs verständigt. Ein PKW mit 3 jungen Frauen war ca. 300m in eine Schlucht gestürzt, wobei ein Mädchen getötet und die beiden anderen schwer verletzt wurden.
Das Team des NAH C5 war bereits im Unfallgebiet im Einsatz und hatte den Notarzt im oberen Bereich der Schlucht abgesetzt. Der Arzt war in der Zwischenzeit zu den Opfern abgestiegen und hatte mit der Erstversorgung begonnen.
Der Einsatz des BMI-HS wurde vorerst mit der Bergung der Leiche begründet, weshalb sich Pilot Walter STROLZ und FO Andreas PRINZ im Anflug über die Lage vor Ort von den Einsatzmannschaften informieren ließen.
Bereits bei völliger Dunkelheit flog die BMI-Crew von Innsbruck nach Imst, wobei sie am Einsatzkanal erfuhr, dass der NAH C5 den Einsatz bereits wegen Dunkelheit abgebrochen hatte.
Noch im Anflug erkundigten sich die eingesetzten Retter am Unfallort, ob es möglich wäre, dass die Crew des BMI-HS ev. auch eine Bergung von Verletzten durchführen könne. Ein terrestrischer Abtransport aus der Schlucht wäre für die Verletzten ein zu hohes Risiko.
Nach einem kurzen Erkundungsflug über dem Einsatzgebiet bereitete sich die Crew auf dem beleuchteten Zwischenlandeplatz (Fußballplatz in Imst) auf die schwierige Nachtbergung mit einem 30m-Tau vor.
Beim Anflug zum Unfallort (schluchtartiges Gelände im Salvesental) war es vorerst schwierig, den Standort der Verletzten zu eruieren, weil sehr viele Retter mit Taschen- od. Stirnlampen im Steilhang und in der Schlucht unterwegs waren.
Trotz aller Schwierigkeiten konnte der Pilot den FO punktgenau bei der ersten Verletzten absetzen. Diese konnte in kürzester Zeit geborgen und am Zwischenlandeplatz an ein Rettungsteam übergeben werden.
Zur selben Zeit ersuchte der noch im Unfallsgebiet befindliche Notarzt des NAH C5 die BMI-Crew um einen weiteren Anflug zur Unfallstelle, da er noch ein schwerst verletztes Mädchen betreue und diese unbedingt möglichst schonend aus der Schlucht geborgen werden müsste.
Neuerlich startete der BMI-HS in die dunkle Nacht und flog zum durch Lichtzeichen gekennzeichneten Platz in der Schlucht.
Beim Notarzt eingetroffen, musste die Verletzte erst im Bergesack versorgt und stabilisiert werden.
In der Folge wurde sie gemeinsam mit dem Notarzt bei völliger Dunkelheit am Tau aus der Schlucht geflogen. Am Zwischenlandeplatz in Imst wurde die Verletzte in den NAH C5 umgelagert und ins Krankenhaus geflogen.
Da zu dieser Zeit noch nicht klar war, ob sich noch weitere Personen im abgestürzten PKW befanden, war ein weiterer Flug mit einer Wärmebildkamera der FFW-Imst geplant, der jedoch wegen des einfallenden Nebels abgebrochen werden musste.
Die Crew des BMI-HS meldete sich daher bei der Einsatzleitung ab und flog zurück nach Innsbruck, wo sie um 21.15 Uhr landeten.
Einige Tage später kam der Notarzt des NAH C5 persönlich zur FEST Innsbruck und bedankte sich für den tollen Einsatz am Hahntennjoch. Er erklärte dabei, dass das Mädchen, welches gemeinsam mit ihm ausgeflogen worden war, einen terrestrischen Abtransport aus dem steilen, unwegsamen Gelände aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Verletzungen nicht überlebt hätte.
Erich Ladstätter
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