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Polizeibergführer Max Masser im Alter von 56 Jahren verstorben

Am 3. Mai verstarb der Polizeibergführer Maximilian Masser nach schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren. Auch wenn den meisten der kritische Gesundheitszustand von ihm bekannt war, hatte man doch Hoffnung, dass er mit seinem großen Lebenswillen und seiner Lebensfreude auch diese schwierige Situation meistern könnte. Doch das Schicksal hat es anders gewollt und so ist ein treusorgender Familienvater, ein zuverlässiger Kollege, ein erfahrener und verantwortungsvoller Bergkamerad, kurz gesagt ein guter Freund für immer von uns gegangen.

Der Max war ein besonderer Mensch; gradlinig, offen und ehrlich! Der Max war kontaktfreudig, humorvoll, hilfsbereit, loyal und zuvorkommend! Er war ehrgeizig, voller Tatkraft und Energie und vor allem auch geprägt von einer unbändigen Liebe zu seinen Bergen, zum Bergsteigen, zum Alpinismus überhaupt. Und diese Liebe hat nicht nur privat, sondern auch sein dienstliches Leben als Gendarm und kurz auch noch als Polizist auf seiner letzten Dienststelle der Polizeiinspektion Deutschlandsberg geprägt.

Max trat am 1. November 1975 in die österreichische Bundesgendarmerie in und wurde nach seiner Grundausbildung in Graz zuerst auf den Gendarmerieposten Vordernberg versetzt, dann nach Großklein und mit 1.1.1979 schließlich zum Gendarmerieposten Deutschlandsberg. 28 Jahre lang verrichtete Max auf dem Gendarmerieposten Deutschlandsberg seinen Dienst, ehe er wegen gesundheitlicher Probleme mit 1. Juli 2006 seinen aktiven Dienst beenden und in den Ruhestand treten musste.

Die schon angesprochene Begeisterung und Liebe zu seinen Bergen, zum Alpinismus, prägten auch das dienstliche Leben des Gendarmen Max Masser. So wurde er nach Absolvierung der hiefür vorgesehenen Kurse zum Gendarmerie-Alpinisten, zum Gendarmerie-Hochalpinisten und 1991 zum Gendarmerie-Bergführer ernannt.

Als Mitglied und stellvertretender Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Deutschlandsberg leitete Max unzählige alpine Rettungseinsätze, Suchaktionen und Alpinübungen und war dabei mit seiner Begeisterung, seinem Ehrgeiz aber nicht zuletzt auch mit seinem großen fachlichen Wissen und Können Vorbild für seine Berg- und Alpinkameraden.

Bei vielen alpinen Ausbildungskursen war er als Lehrer und Trainer eingesetzt und konnte so sein großes Wissen und Können auch vielen anderen Bergkameraden vermitteln. Er war ausgebildeter Flugretter und Flight-Operator des BMI und nahm in dieser Funktion ausgehend von der Flugeinsatzstelle Graz an vielen Einsätzen mit dem Hubschrauber des BMI teil.

Natürlich war Max neben seiner alpinistischen Tätigkeit auf der Polizeiinspektion Deutschlandsberg auch in den ganz normalen exekutiven Dienst eingebunden. Der Max war ein begeisterter Kriminalist und deshalb auch Mitglied der Kriminaldienstgruppe, weiters auch Mitglied des Strahlenspürtrupps der Dienststelle.

Und wie war der Max privat? Seine Begeisterung für die Berge, das Bergsteigen und das Alpinwesen haben den Max natürlich auch in der Freizeit nicht losgelassen. So trat er im Jahre 1994 dem Österreichischen Bergrettungsdienst, Ortsstelle Schwanberg, bei und setzte hier durch sein umfassendes alpinistisches Wissen und Können, seine langjährige Erfahrung und vor allem auch durch seine Begeisterung für den Alpindienst ganz wesentliche Impulse.

Der Max war ja nicht nur in den heimischen Bergen zu Hause. Unzählige Besteigungen von Dreitausendern, die Besteigung vieler Viertausender wie das Matterhorn, Mont-Blanc usw, einige Expeditionen und Besteigungen von schwierigen Sechstausendern in Südamerika, wie den Chimborazo, den Alpamayo und den Huascaran machten den Max zu einem der erfahrensten Alpinisten unseres Landes.

Und diese Erfahrungen brachte der Max in seinen Dienst bei der Gendarmerie, aber auch in den österreichischen Bergrettungsdienst ein. Als Einsatzleiter entwickelte er sich zur Vaterfigur der Bergrettungsfamilie und setzte Impulse die seinesgleichen suchen.

Bei der Pflege von Klettersteigen, Organisation von Schitouren, Gletscherausbildung, der Schirettung auf der Weinebene, sowie die Organisation von Bergmessen war er besonders aktiv. Weiters war er maßgeblich an den Gipfelkreuzerrichtungen auf dem Moschkogel und Loskogel beteiligt.

Der Max war mit seiner Energie, seiner Loyalität, seiner Kameradschaft immer die treibende Kraft und hinterließ nicht nur bei der Gendarmerie sondern auch in der österreichischen Bergrettung außergewöhnliche Spuren! Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften wurde Max im Jahre 2007 einstimmig zum Gebietsleiter für Deutschlandsberg – Graz – Übelbach – Voitberg und Köflach gewählt und erfüllte diese Aufgabe mit großer Freude und Begeisterung!

Neben all seiner Liebe für die Berge war der Max aber auch ein Mensch mit Herz und Gefühl, ein Mensch, dem die Familie sehr wichtig war. Er war ein Mann der Tat, überaus hilfsbereit und zuvorkommend und die Summe diese Eigenschaften waren der Grund, warum der Max nicht nur bei seinen Kollegen sondern auch in der Bevölkerung überaus beliebt und anerkannt war.

Wegen seiner besonderen Verdienste - einerseits für herausragende kriminalistische Leistungen auf der Polizeiinspektion Deutschlandsberg, andererseits für mehrere Aufsehen erregende Lebensrettungen und besonders gefährliche und erfolgreiche alpinistische Einsätze - wurde Max Masser vom Bundesministerium für Inneres, vom Landespolizeikommando und auch vom Land Steiermark mehrfach belobt und ausgezeichnet. Vom Land Steiermark wurde ihm im Jahre 1991 das Goldene Ehrezeichen des Landes und vom Österreichischen Roten Kreuz 2001 die Henri-Dunant-Medaille – eine der höchsten Auszeichnungen des Roten Kreuzes - verliehen.

Eine außerordentlich große Anzahl von Trauergästen haben sich dann am 7. Mai 2009 zur Verabschiedung auf dem Hollenegger Friedhof eingefunden, wo Pfarrer Schneeflock die Einsegnungen und den Seelengottesdienst hielt und Worte des Trostes an die Hinerbliebenen hielt. Seitens des Kameradschaftsbundes würdigte der Bezirksobmann die Leistungen des Verstorbenen. Für die Polizei und den Bergrettungsdienst sprach der Bezirksspolizeikommandant Alois Herzog. Universitätsprofessor Dr. Giovanni Pinter bedankte sich für seine Leistungen als Flugretter.

Musikalisch umrahmt wurde die Trauerfeierlichkeit von der Polizeimusik Steiermark.
Für seine Gattin Liesi, den Kindern und Schwiegerkindern, der Mutter und den weiteren Angehörigen mag es hoffentlich ein Trost sein, dass alle die den Max kannten, ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren werden.

Dieter Gödl, ÖPBV-Beirat, Steiermark

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