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Kletterreise Kalymnos
Kalymnos, das Kletterparadies in der griechischen Inselwelt, war das Ziel unserer ÖPBV-Mitgliederreise Anfang Oktober 2009. Zwanzig Mitglieder samt Kletterpartner folgten der Einladung in den sonnigen Süden.
Günstig auch die zweigeteilte Anreise von den Flughäfen Wien und Innsbruck. Weniger erfreulich war, dass die Anreise für die ‚Westler’ kurzfristig in die Abendstunden verlegt und deshalb eine Zwischenübernachtung in Kos nötig wurde. Aber was soll’s, das Hotel in Kos war gut und die Bar bot Trost.
Während die aus Wien angereisten Mitglieder bereits den ersten Klettertag genießen konnten, trafen die ‚Innsbrucker’ erst gegen Mittag in Masouri, dem Kletterzentrum auf Kalymnos, ein.
Im Hotel Continental in Masouri werden wir freundlich empfangen und bei einem Begrüßungsdrink von Gulet-Reisebetreuerin Ursula mit Tipps zur Insel versorgt. Bereits am Nachmittag können wir unsere ersten Klettermeter genießen, die ‚Einsteiger’ im Sektor Kasteli, die Cracks in den Sektoren Odyssey und Afternoon, kaum 15 Gehminuten vom Hotel entfernt.
Am Abend treffen wir uns mit den ‚Wienern’ und lassen den Tag in den gemütlichen Tavernen von Masouri ausklingen.
Im Kletterführer ‚Rock-Climbing-Guide Kalyomnos’ von Aris Theodoropoulos, erhältlich im ‚Climber’s Nest’, einem kleinen Kletter-Shop gegenüber unserem Hotel, sind mehr als 850 Kletterrouten beschrieben. Die Routen sind meist klettergartenmäßig abgesichert und zwischen 15 und 30 Meter lang. Mehrseillängenrouten sind eher selten, die längste davon findet sich auf der kleinen Nachbarinsel Telendos (11 Seillängen bis 5c+).
Klettern auf Kalymnos ist eine Frage von Schatten und Sonne. Frühaufsteher bevorzugen die Wände oberhalb von Massouri, da diese vormittags meist im Schatten liegen. Ab Mittag wird es in diesen nach Westen ausgerichteten Wänden gnadenlos heiß und nur noch wenige, nach Nordwest gerichtete Wandteile liegen im Schatten.
In diesem Fall ist ein Mopedroller gefragt, der bei einem der zahlreichen Verleiher im Ort zu bekommen ist. Da Mopeds auf Kalymnos ziemlich gefragt sind, kann es schon mal Engpässe geben und eine Online-Reservierung vor Urlaubsbeginn lohnt sich. Kostenpunkt pro Tag ca. 12 bis 14 Euro.
In Griechenland besteht Helmpflicht, aber kaum jemand auf Kalymnos hält sich daran, obwohl die Strafen dafür recht hoch sein sollen. Der Kletterhelm tut’s zur eigenen Sicherheit aber auch. Ungefährlich ist die Fahrt auf Kalymnos Straßen aber nicht. Zwar nicht wegen des starken Verkehrs, eher wegen der frei laufenden Ziegen und der staubigen Fahrbahnen, die nach einem kurzen Regen rutschig wie Schmierseife werden können.
Die folgenden Tage erkunden wir in kleinen Gruppen die verschiedenen ‘Hot Spots’ der Insel, jeder nach seinem Geschmack und Kletterkönnen. Besonders eindrucksvoll, der Sektor Sikati Cave auf der Nordostseite der Insel in der Nähe der kleinen Ortschaft Palonisos.
Sikati Cave ist eine gigantische Karsthöhle, gesäumt von Stalaktiten und Tuffsteinfahnen. Großes Plus: Der Sektor liegt großteils im Schatten und in der Nähe befindet sich eine wunderschöne und vor allem einsame Kiesbucht mit glasklarem Wasser. Dafür ist der Zustieg kalymnos-untypisch recht lang (40 Min).
Nach dem Klettern in Sikati Cave ist ein Besuch im nahen Örtchen Palonisos Pflicht. Eine neu ausgebaute, kehrenreiche Straße führt über einen kleinen Pass auf die Nordostseite der Insel und endet abrupt vor dem kleinen Örtchen. Von dort führen nur steinige Pfade zu den Häusern und zum Strand.
Auf dem Weg zum Strand werden wir bereits vom Wirt der einzigen Taverne angesprochen und freundlich mit Handschlag begrüßt.Verständigungsprobleme? Hier unbekannt. Nikolas, Lehrer, Schwammtaucher und Wirt in einem, spricht Englisch, Französisch, Italienisch und natürlich auch Deutsch.
Die Einkehr in der blitz-sauberen Taverne hat sich wirklich gelohnt. Zum Abschied bekommt dann jeder vom gesprächigen Wirt den handgezeichneten Lageplan seiner Taverne und jeder eine Visitenkarte in die Hand gedrückt.
Allgemein fallen uns bei unserem Kalymnos-Aufenthalt die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Einheimischen auf. Sie gipfelt darin, dass einer von uns nach dem Verlust sämtlicher Dokumente an einem entfernten Strand, diese nach einem kurzen Telefonat noch am selben Abend ins Hotel zugestellt bekommt.
Perfekt auch das Meer auf Kalymnos. Unzählige Badebuchten mit Sand- und Kiesstränden machen Lust, nach dem Klettern ins kühle Nass zu springen. Das Meer ist zu dieser Jahreszeit noch angenehm warm und wir nützen die Gelegenheit reichlich.
Klettern macht hungrig. Massouri bietet eine reiche Auswahl an günstigen Tavernen, wo insbesondere Freunde von frischem Fisch und Gegrilltem auf ihre Kosten kommen. Besonders gefallen hat uns die Taverne Aegean mit ihrer schöner Terrasse und das Fischrestaurant Apodabepna am Hafen des nahe gelegenen Örtchens Myrties.
Wer so fleißig klettert, braucht einen Ruhetag. Da ist eine Inselrundfahrt genau das Richtige. Mit dem Mopedroller lässt sich die Insel in einem halben Tag leicht umrunden. Besonders sehenswert sind das renovierte Kastell in Hora, die quirlige Hafenstand Pothia, das Kloster oberhalb von Pothia, das Schwammtauchermuseum in Vlihadia und die fjordartige Bucht von Vathi mit seinen gemütlichen Tavernen.
Ein gemeinsamer Abenteuerausflug führt uns zu einer einmaligen Naturschönheit, die Klaus Perchtold für uns erkundet hat. Eine frei zugängliche Höhle in der Nähe des kleinen Örtchens Skalia. Der Höhleneingang ist mit einem Eisentor versehen, aber unversperrt.
Mehrere senkrechte Leitern führen in die Tiefe. Dort öffnet sich die Höhle zu einem stalaktiten-gesäumten Saal. Besonders eindrucksvoll: Eine mindestens fünf Meter hohe, schlanke Säule mit gleichbleibendem Durchmesser, eine von der Natur geformte Tropfkerze. Bei uns würde für so ein Naturschauspiel Eintritt verlangt.
Die Woche vergeht wie im Flug und der Zeitpunkt der Abreise rückt näher. Den Abschluss bildet ein Abendessen mit allen Teilnehmern in einer Taverne in Massouri. Bei griechischem Wein und landestypischen Spezialitäten lassen wir die erlebnisreiche Woche Revue passieren. Kontakte wurden gepflegt und neue Bekanntschaften geschlossen.
Wiederum getrennt zwischen West und Ost treten wir die Heimreise an. Während die ‚Westler’ bereits früh morgens aufbrechen, können die Niederösterreicher und Kärntner noch einen vollen Tag auf Kalymnos genießen, da ihr Flieger erst spät abends von Kos startet.
Kalymnos hat uns nicht enttäuscht. Ein Kletterparadies ersten Ranges. Wir kommen gerne wieder.
Impressionen
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Einfahrt in den Hafen von Pothia
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Oberhalb von Masouri
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Bernd Ludl auf Griffsuche
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Alfred Mannen on Bike
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Einklettern oberhalb von Masouri
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Andreas Bartolot im 'Kreissaal'
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Sikati Cave, eine gigantische Karsthöhle
im Nordosten der Insel
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Klettern im Sektor Sikati Cave
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Klaus Perchtold in Sikati Cave
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Helmut Lau am Strand von Eboris
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Im Fischrestaurant am Hafen von Myrties
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Die Bucht von Vathi
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Höhleneingang im Sektor Cave
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Der enge Höhleneingang
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'Klettern' im Gewirr der Tropfsteine
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Klaus Perchtold und Paul Gruber
beim Grifftest
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Abschiedsessen in Masouri
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Ein zufriedener Gründungspräsident
Bruno Maierbrugger
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Abschied von Kalymnos im Morgenlicht
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Weitere Fotos findest du hier (Picasa-Webalbum).
Christoph Gargitter
Obmann des ÖPBV
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