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Dhaulagiri Expedition 2009

8.167 m

Der Weiße Berg

Im Dezember 2008 entschloss ich mich, meinen 40igsten Geburtstag auf eine besondere Art zu feiern. Nachdem bereits seit längerer Zeit die Idee, einen höheren Gipfel außerhalb der Alpen zu besteigen, in meinem Kopf „herumgeisterte“, entschloss ich mich, einen außergewöhnlichen Berg zu besteigen. Die Wahl fiel dabei auf den 8.167 m hohen

Dhaulagiri – Der weiße Berg.

Am 11.04.2009 begann das Abenteuer – 8000.

Mit dem Zug von Freilassing über München nach Frankfurt. Dort traf ich dann mit den restlichen Teilnehmern der Summit Expedition zusammen. Gemeinsam erfolgte der Flug mit der Etihad Airline von Frankfurt über Abu Dhabi nach Kathmandu in Nepal.

Während der Expeditionsleiter die letzten Formalitäten im Ministerium erledigen musste, hatten wir Zeit, Kathmandu, die Hauptstadt Nepals, zu besichtigen.

Am 14.04.2009 starteten wir in Beni das Trekking Richtung Basislager Dhaulagiri.

Begleitet wurden wir von ca. 70 Trägern, die unser 10tägiges Trekking zu einer genussvollen Wanderung werden ließen.

Von Beni bis ins Basislager des Dhaulagiri durchwanderten wir die verschiedensten Klimazonen.

Landschaftlich war das Trekking bereits ein Erlebnis. Am 24.04.2009 erreichten wir nach einem 10 Tages Trekking dann endlich das Basislager welches am Moränenrücken des Chhonbardan Gletschers auf einer Seehöhe von 4.650 m errichtet wurde.
Nun hieß es, geeignete Zeltplattformen zu errichten. Dieses Lager war für die nächsten 30 Tage unsere „Heimat“.

Nach einer 2tägigen Erholungsphase unternahmen wir eine Akklimatisationswanderung zum „French Pass“ auf 5.360 m.
Der nächste Tag wurde erneut für einen Ruhetag genützt. An diesem Tag wurde von Dorje, einem unserer Climbing Sherpa eine Butscha (Messe) abgehalten. Außerdem musste die gesamte Ausrüstung (Zelte, Kocher, Verpflegung usw.) für die Besteigung auf die Teilnehmer aufgeteilt werden.

Am 18. Tag der Expedition begann dann das Abenteuer Dhaulagiri. Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir voll beladen in Richtung Lager 1 auf 5.800 m Seehöhe. Bereits in einer Höhe von 5.400 m bekamen einige Teilnehmer Probleme mit der Höhe. Deshalb wurde ein Zwischendepot errichtet. Um einen Teil der Ausrüstung in das Hochlager 1 zu transportieren gingen wir zu fünft weiter und errichteten auf dem geplanten Platz die ersten Zelte. Trauriger Höhepunkt dieses Aufstiegs war das Passieren der Gletscherspalte, in der am 08.04.2009 ein polnischer Bergsteiger ums Leben kam.
Nach kurzer Pause erfolgte der Abstieg ins Basislager.

Es folgte erneut ein Ruhetag, ehe es erneut mit schwer beladenen Rucksäcken in Richtung Hochlager 1 ging. Bei diesem Aufstieg nahm ich auch meine Schier mit. Nach einer recht angenehmen Nacht, erstmals auf 5.800 m, stiegen wir zum Depot (6.400 m) des Hochlagers 2 auf. Nun erfolgte die erste Schiabfahrt bis ins Hochlager 1, in dem wir eine weitere Nacht verbrachten.

Am Morgen des 22. Tages entschlossen sich der Expeditionsleiter Luis Stitzinger und ich, eine Schibesteigung des Tukuche Westgipfels zu unternehmen. Nach einem problemlosen Aufstieg erreichten wir gegen Mittag den Gipfel auf einer Höhe von 6.610 m. Mein erster „Sechstausender“. Nach einer etwas brisanten Abfahrt über ziemlich verspaltetes Gelände, erreichten wir nach einer knappen Stunde das Basislager. Die anderen Teilnehmer stiegen bereits am Morgen zu Fuß ab.

Nun folgten 2 Ruhetage, ehe die für den Gipfel erforderliche Hochlagerkette fertig gestellt wurde.
Dafür benötigten wir 4 Tage ehe wir auf einer Höhe von 7.260 m das Depot für Hochlager 3 errichten konnten.
Nun war alles bereit, um einen Gipfelversuch starten zu können.
Wetterbedingt wurden aus den geplanten 3 Ruhetagen jedoch 5 Ruhetage im Basislager. In dieser Phase wird man dann schon ein bisschen unruhig. Es schneite und der Wind blies kräftig durch das Basislager.
Dann endlich, bekamen wir von unserem Wetterexperten in Innsbruck, Dr. Karl Gabl, telefonisch die erlösende Nachricht, dass die nächsten 4 Tage für eine Gipfelbesteigung gut wären.

Am 15.05.2009 starteten wir dann in Richtung Gipfel. Am 17.05.2009 erreichten wir Hochlager 3. Der Aufbau der Zelte gestaltete sich auf Grund des sehr starken Windes als sehr schwierig. Die erforderlichen Zeltplattformen mussten ausgeschaufelt werden. Um ein „gefahrloses“ Nächtigen in den Zelten zu gewährleisten, mussten diese zusätzlich mit Seilen nieder gespannt werden.
Am 18.05.2009 war es dann endlich so weit. Um 02.30 Uhr starteten wir bei eisiger Kälte und starkem Wind in Richtung Gipfel. Die ersten Stunden mussten wir in der Dunkelheit zurücklegen. In dieser Phase drehte ein Teilnehmer und ein Climbing Sherpa wegen der Kälte um und stiegen zu Lager 1 bzw. ins Basislager ab. Um ca. 15.00 Uhr erreichte ich dann als erster der Gruppe, gemeinsam mit einem Japaner und 2 Südkoreanern den Gipfel des 8.167 m hohen Dhaulagiri. Die Freude über die erbrachte Leistung und die gewaltige Aussicht war überwältigend. Die Temperaturen am Gipfel waren so angenehm, dass es möglich war, auf die restliche Gruppe zu warten. So konnte ich die Aussicht längere Zeit genießen.

Um ca. 16.30 Uhr kamen die restlichen Teilnehmer auf den Gipfel. 7 Teilnehmer unserer Expedition konnten den Gipfel erreichen. 2 Teilnehmer und die beiden Climbing Sherpas mussten wegen Erschöpfung und Erfrierungsgefahr umdrehen.

Der Abstieg bis Lager 3 wurde von allen Teilnehmern ohne Probleme bewältigt. Um ca. 22.00 Uhr (also wieder in der Dunkelheit) erreichten wir die Zelte.
Nach Abbau der Zelte in Hochlager 3 und 2, stiegen wir am 19.05.2009 ins Basislager ab.

Nachdem von Luis Stitzinger und mir die erstmalige durchgehende Schibefahrung des Dhaulagiris geplant war, entschlossen wir uns nach 4 Ruhetagen zu einer „Speedbegehung“ des Berges. Am 24.05. brachen wir um 08.00 Uhr vom Basislager auf. Auf Grund der starken Schneefälle der vergangenen Tage und des immer schlechter werdenden Wetters, mussten wir im Hochlager 1 einsehen, dass es keinen Sinn hat, weiter aufzusteigen. Nach Abbau des Lagers und der Fixseile zwischen Lager 1 und Basislager kehrten wir um 20.00 Uhr ins Basislager zurück.

Am 26.05.2009 verließen wir dann das Basislager und marschierten über den French Pass durch das Hidden Valley zum Dhampuspass und weiter Richtung Marpha.

Auf Grund der schlechten Wettervorhersage hatten wir geplant, diese Tour, welche von Trekkinggruppen normal in 3 Tagen bewältigt wird, in einem Tag zurückzulegen. Das Wetter machte uns jedoch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Starker Nebel und knietiefer Schnee zwangen uns, um 22.00 Uhr ein Notbiwak einzurichten. Nach einer kalten und nassen Nacht setzten wir um 05.00 Uhr den Abstieg fort. Am 27.05. erreichten wird dann gegen Mittag den Ort Marpha. Nach ca. 40 Tagen im Zelt war es ungewohnt, erstmals wieder in einem normalen Bett zu schlafen.

Von 27.05. bis zum Abflug am 01.06.2009 konnten wir die letzten Tage in Nepal genießen.

Das Gefühl, einen derartigen Berg, mit all seinen Gefahren – Höhe, Gletscherspalten, Lawinengefahr, Eisschlaggefahr, Kälte usw. - bestiegen zu haben, ist überwältigend.

Trotz der Schönheit des Landes Nepal, der gewonnenen neuen Eindrücke und des Erlebnisses Dhaulagiri, war es schön, nach 52 Tagen wieder nach Hause zu kommen.

Impressionen


Grundschule


Mönche von einem Tempel in Kathmandu


Auch die starken Träger benötigen eine kleine Pause.


Freude über die mitgebrachten "Raika" Luftballons


Wunderschöne Landschaft während des Trekkings


Basislager auf 4.650 m


Hochlager 2 nach einer windigen Nacht auf 6.400 m


Schitour zum Tukuche Westgipfel 6.610 m


Endlich am Gipfel


Wunderschöne Aussicht vom Gipfel


Verschneites Basislager mit dem "Eiger" im Hintergrund


Am Heimweg - Frechnpass im Hintergrund,
rechts der Tappa Peak ein Trekking-6000er.

 

Hauer Rupert

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