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Personen-Seilbergung mit dem Polizeihubschrauber Libelle Vorarlberg am 30.1.2008 auf der Ballunspitze

Am 30.01.2008 um 14:00 Uhr wurde der in Hohenems stationierte Polizeihubschrauber „Libelle“ zu einer Personenbergung an der Ballunspitze in Wirl, Gemeindegebiet 6563 Galtür, angefordert. Etwa 35 Flugminuten später gelang es der Hubschrauberbesatzung, Cpt. Helmut Metzler und Flugretter Willi Küng, in der steilen Südflanke des Ostgrates, etwa 150 Höhenmeter unterhalb des 2671 m hohen Gipfels, zwei Personen auszumachen. Eine dieser beiden Personen befand sich in einer nahezu senkrechten Felsplatte und klammerte sich sprichwörtlich mit „Händen und Füßen“ am Fels fest. Etwa 4 m entfernt verharrte die zweite Person auf einem schmalen Felsband. Beide vermittelten den Eindruck, jederzeit abzustürzen. Schon deshalb, aber auch aufgrund der sich rasch verschlechternden Witterungsverhältnisse, es zog immer mehr Nebel auf und Schneefall setzte ein, war schnelles Handeln gefordert. Nach kurzer Absprache, Zwischenlandung im Schigebiet Wirl und Anhängen des 20 m-Bergetaues, ging es wiederum zügig hinauf in Richtung Gipfel. Wenige Kommandos genügten und Cpt. Metzler brachte Flugretter Küng präzise auf ein schmales Schneeband unter die zuvor erwähnte Felsplatte. Ein Aushängen des Flugretters vom Bergetau war wegen der erheblichen Absturzgefahr nicht möglich, was ein nahezu millimetergenaues Schweben des Hubschraubers über der Einsatzstelle erforderte. Um bei dem in der Felswand verharrenden jungen Mann überhaupt das Bergedreiecktuch anbringen zu können, war ein Stück Abklettern erforderlich. Angst, die sich bei dem Mann in einer Art Körperstarre auswirkte, machten dieses Unterfangen allerdings unmöglich. Plötzlich ergriff der junge Mann das Bergetau des Hubschraubers und klammerte sich daran fest. Dann glitt er langsam nach unten, worauf es dem Flugretter gelang, ihn festzuhalten. Hurtig wurde das Bergetuch von Flugretter Küng in Position gebracht und an Cpt. Metzler das Kommando zum Hochziehen gegeben. Langsam wich der ängstliche Gesichtsausdruck im bleichen Gesicht des Geretteten. Am Zwischenlandeplatz angekommen, machte sich die Crew erneut auf den Weg, um die zweite Person zu bergen. Die Witterungsverhältnisse hatten sich inzwischen dramatisch verschlechtert. Dichte Nebelwolken drückten von Westen über den Gipfel und drohten die Rettungsaktion unmöglich zu machen. Mit viel Fingerspitzengefühl gelang es Cpt. Metzler dennoch erneut, Flugretter Küng wiederum punktgenau an die Felsplatte hinzubringen und die 600 PS starke Maschine in Position zu halten. Nachdem sich Flugretter Küng neben der zweiten Person Halt verschafft hatte, folgte die erneute Schwierigkeit des Anbringens des Bergedreiecktuches. Als dies schließlich auch gelungen war, stand einer erfolgreichen Rettungsaktion nichts mehr im Wege. Cpt. Metzler manövrierte den Polizeihubschrauber gekonnte nach oben und drehte mit Retter und Gerettetem nach rechts in Richtung Zwischenlandeplatz ab. Dichter Nebel machte eine dortige Landung allerdings bereits unmöglich, worauf die Landung im Talboden bei Wirl erfolgte. Nur wenige Minuten nach der Landung um 15:20 Uhr war die Ballunspitze schon in dichten Nebel gehüllt und dichter Schneefall breitete sich aus. Eine Rückkehr zum Stützpunkt nach Hohenems war aufgrund der schlechten Witterung nicht mehr möglich. Nach einem Zwischenstopp zur Betankung beim C5-Stützpunkt in Zams flog die Besatzung zur Flugeinsatzstelle Innsbruck und verbrachte dort die Nacht. Die Rückkehr zur Flugeinsatzstelle Hohenems erfolgte nach Wetterbesserung am nächsten Tag.

Küng Willi

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