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Suchaktion in Kitzbühel mit Unterstützung von Edelweiß 9
Dem Einsatz des Bayerischen Polizeihubschraubers Edelweiß 9 verdankt ein 10-jähriger Lettischer Junge vermutlich sein Leben. Er war bei einer Abfahrt in Kitzbühel von der Piste abgekommen und war mehrere Stunden bewusstlos. Ein Bericht von Martin HAUTZ, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Kitzbühel.
Am 20.1.2007 reiste die Lettische Familie in Kitzbühel an und bezog im Hotel Quartier. Sofort nach der Anreise fuhren der 10-jährige David mit seinem Vater, seiner Schwester und weiteren Verwandten ins Schigebiet Kitzbühel/Kirchberg und fuhren dort bis ca. 15.30 Uhr gemeinsam auf verschiedenen Pisten. Gegen 15.30 Uhr fuhr David als erster der Gruppe auf der Piste Nr 38, schwarz markiert, in Richtung Jufenlift ab und kam aus bisher unbekannter Ursache über den orographisch rechten Pistenrand ab, wobei er in der Folge ca. 4m neben den Pistenrand in ein Bachbett stürzte. Im Zuge des Sturzes wurde ihm der Helm vom Kopf gerissen, der ca. 8 m oberhalb der Endlage aufgefunden wurde. Der Helm wies leichte Kratzspuren auf, ansonsten war er unbeschädigt, der Kinnriemen war geschlossen aber locker.
David dürfte bis zur Auffindung gegen 21.00 Uhr bewusstlos gewesen sein.
Die Gruppe fuhr dann ohne Davis zu sehen an der Unfallstelle vorbei zur Talstation des Jufenliftes. Da sie David dort nicht antrafen, fuhren sie bergwärts und in weiterer Folge zur Talstation der Fleckalmban ab, wo sie an der Kasse gegen 16.45 Uhr die Vermisstenmeldung durchführten.
Von den Bergbahnbediensteten wurde sofort eine Kartenrückdatenerfassung durchgeführt, die Pistenrettung und die Fahrer der Pistengeräte, die im Schigebiet im Einsatz waren, verständigt.
Gegen 17.25 Uhr wurde die PI Kirchberg von der Fleckalmbahn über die Vermisstenmeldung verständigt, worauf sofortige Erhebungen eingleitete wurden (Verständigungen der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, Erhebungen bei den Liften, Gasthöfen, Taxis, Krankenhäuser, Rettung, Verständigung BRD über 140, etc.). Die Mutter wurde zur Befragung zur PI Kirchberg gebracht, sie konnte aber keine Angaben zur Unfallsörtlichkeit machen.
Der Vater des Buben konnte nicht aufgefunden und telefonisch erreicht werden. Er begann mit einem Bekannten selbständig die Suche. Er fuhr zur Fleckalm auf und ging zu Fuß in Richtung Unfallstelle. Er kam gegen 20.Uhr zum sog. Alpenigludorf Kitzbühel im Bereich Jufentalstation. Dort organisierte er sich einen Schidoo und fuhr weiter in Richtung vermuteter Unfallstelle, ohne auf die Rettungskräfte zu warten, die mittlerweile von seinem Standort Kenntnis hatten. Oberhalb der Unfallstelle sprang er vom Schidoo und rannte zielstrebig zur Unfallstelle, wo er seinen Sohn verletzt im Bachbett fand. Unmittelbar nach ihm traf die Bergrettung Kitzbühel beim Verletzten ein und führte die Erstversorgung durch.
Der Bayerische Polizei-Hubschrauber Edelweiß aus München wurde angefordert und landete um 20.10 Uhr in Kirchberg. Im Zuge der Einsatzbesprechung wurde um 20.30 Uhr bekannt, dass David schwer verletzt und deshalb ein Notarzt notwendig sei. Es wurde sofort der Notarzt des NEF verständigt und anschließend mit dem Hubschrauber zum Verletzten geflogen. Nach der Versorgung wurde Davis sofort ins BKH-St.Johann geflogen, wo er um 21.28 Uhr eintraf. Im BKH-St.Johann wurde ein Schädel-Hirn-Tauma mit Hirnblutung festgestellt, deshalb wurde er noch in der Nacht terrestrisch in die Klinik nach Innsbruck gefahren und sofort operiert.
Nach Auskunft des behandelnden Notarztes war der Flug lebensnotwendig, einen terrestischen Abtransport hätte David vermutlich nicht überlebt.
Hautz Martin
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