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Kletterunfall in der Kletterhalle Graz
Am 23.04.2007 war Petra Z. mit 2 Bekannten in der Grazer Kletterhalle CAC zum Klettern. Gleich die erste Route war im 4. UIAA-Schwierigkeitsgrad bei einem in der Halle angebrachten Top Rope Fixseil.
Petra Z. kletterte als Erste die Route ohne Schwierigkeiten hinauf. Am Umlenkpunkt angekommen nahm sie mit dem sichernden Friedrich P. Kontakt auf, damit sie von diesem abgelassen werden konnte. Unmittelbar nachdem sie das Seil mit ihrem Körpergewicht voll belastete stürzte die Frau ungebremst ca 12m auf den darunter befindlichen Betonboden.
Die vorerst lebensgefährlich Verletzte wurde vom Notarzt erstversorgt und dann ins UKH Graz eingeliefert. Petra Z. ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig, ihr Zustand nach unzähligen Operationen, kann aber nun als stabil bezeichnet werden.
Beim Eintreffen der Alpinpolizei war das Fixseil mit korrektem Achterknoten am Top der Kletterroute. In der Seilschlaufe des Achterknotens war ein geschlossener Kabelbinder, um die Knoten selbst waren ebenfalls Kabelbinder angebracht. Am Klettergurt der Verunfallten befanden sich im Anseilring zwei gegengleich eingehängte Schraubkarabiner, wobei einer zugeschraubt und einer offen war.
Die Unfallerhebungen, geführt durch die AEG Deutschlandsberg, ergaben folgendes Ergebnis:
Ilse R. und die später Verunfallte Petra Z. besuchten Anfang März 2007 in der besagten Kletterhalle einen insgesamt 8 Stunden dauernden Anfängerkurs. Beide besuchten danach ca 1mal die Woche die Kletterhalle. Friedrich P. besuchte in den Jahren 2000 und 2001 jeweils einen Sportkletterkurs des USI Graz und ging seither regelmäßig Klettern.
Die Toprope Seile der Kletterhalle sind fix eingehängt. Als Anseilknoten dient ein Achterknoten, zusätzlich gesichert mit einem Sackstich, in dem sich zwei gegengleich eingehängte Schraubkarabiner befinden. Sowohl die Knoten wie auch die beiden Karabiner waren seitens der Hallenleitung mit Kabelbinder gesichert. Dadurch sollte bei den Knoten das Öffnen, bei den Karabinern das unbeabsichtigte Aushängen, Verdrehen und Diebstahl verhindert werden.
Im Zuge des Partnerchecks dürfte wohl der Umstand übersehen worden sein, dass die beiden Karabiner nicht in der Seilschlaufe des Anseilknotens sondern lediglich in Kabelbinder eingehängt waren. Zwei gebrochene Kabelbinder konnte sichergestellt werden.
Wie seitens der Alpinpolizei nachgestellt werden konnte, brachen die Kabelbinder ausnahmslos bei Belastung mit dem Körpergewicht.
Die Erhebungen konzentrieren sich nun auf jene Person, welche die Karabiner aus der ordnungsgemäßen Position brachte und anschließend wieder falsch eingehängt hat.
Lichtbilder



Klaus Pfaffeneder
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