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Polizei-Bergführer Herbert WOLF auf dem Gipfel des Mount Everest

Vor wenigen Tagen erreichte uns die erfreuliche Botschaft, dass Herbert WOLF der PI Bad Ischl am 21. Mai 2007 den höchsten Punkt der Erde, den Mount Everest erreicht hat und wohlbehalten wieder im Basislager eingelangt ist. Der Aufstieg erfolgte über die Nepalesische Südseite gemeinsam mit einem Sherpa und einem Deutschen Bergsteiger.

Wir gratulieren recht herzlich und bringen seinen letzten NEWSLETTER aus dem Basislager.

Abschlussbericht: Gipfelerfolg am Mount Everest - 21.05.2007

Zu dritt sitzen wir mit sonnenverbranntem Gesicht und aufgerissenen Lippen, vor unseren Zelten, in der Mittagssonne des Everestbasislagers. Unsere Blicke sind zur Aufstiegsroute durch den Khumbueisbruch gerichtet.
Beobachten wir doch schon einige Zeit lang Bergsteiger die durch dieses Spaltengewirr absteigen. Doch in Gedanken sind wir ganz woanders. Schoen langsam können wir die letzten Tage mit dem wohl einmaligen Erlebnis am höchsten Berg gestanden zu sein realisieren. Kurz eine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Tage:

18.Mai: Ralph und ich brechen um 03.30 Uhr morgens direkt ins Hochlager 2 auf. 1.100 hm, 8.30 Std Aufstieg, die letzten 4 Std im Western Cwm waren wahnsinnig heiß und anstrengend, sengende Sonne, kein Wind, ein nicht zu endend wollender Anstieg. Doch irgendwie erreichen wir das Lager.

19.Mai: Um 06.00 Uhr morgens in 5 Std Aufstieg ins Hochlager 3 auf 7.130 m. Dort ein Schock - unser Zelt war von einer Lawine verschüttet worden, nur ein Fixseil wies noch auf den ungefähren Standort hin. In 3 Std schaufelten wir das total zerstörte Zelt aus. Wir konnten es für diese eine Nacht notdürftig zusammenflicken und hofften auf Windstille - Glück gehabt.

20.Mai: Um 05.00 Uhr Aufbruch ins Hochlager 4 zum Südsattel, 7.950 m. Ohne Zuhilfenahme von Sauerstoff steigen wir hoch. Von unzähligen Bergsteigern werden wir dabei belächelt, waren die einzigen die sich diese Strapazen antaten. Normal ist hier am Everest bereits ab Hochlager 3 Sauerstoff zu nehmen.
Fazit, wir benoetigten12 Std für den Aufstieg, andere Expeditionen 9 Std. Uns wieder wie die Tage zuvor, brennende Sonne, kein Wind, eine Tortur. Zum ersten Mal steigen wir den oberen Teil der Lhotsewand hoch, durch die Felsformation "Gelbes Band", auf den Genfer Sporn zu. Von dort in einer Stunde zum letzten Hochlager. Auf Grund der immensen Schinderei leider keine Zeit für das unbeschreibliche Panorama. Um 17.00 Uhr erreichen wir Hochlager 4, den berühmten Südsattel, eine kleine Stadt aus bunten Zelten. Unser Hochträger Chuldim erwartete uns bereits und war verwundert, dass wir ohne Zuhilfenahme von Sauerstoff dort oben eintreffen. Kochen, Trinken ist nun angesagt. Von 20.00-21.00, 1 Stunde schlafen, erstmals mit Sauerstoff.
Um 21.45 Uhr schließlich der Aufbruch zum Gipfel, mit Stirnlampen und zusätzlichem Sauerstoff, zu dritt. Ein wahnsinnig steiler Anstieg führt zum Balcony hoch, denn wir gegen 03.30 Uhr erreichten. Dort wechseln wir die Sauerstoffflaschen. Die angebrauchten Flaschen werden deponiert um für den Rückweg bereit zu stehen. Wir wissen, 10 Stunden reichen nun die Flaschen bei 2 Liter/Sekunde aus, dies müsste ausreichend sein. Trotzdem Kontrollblick auf die Uhr. In teilweise kombiniertem Schnee- Felsgelände steigen wir zum Südost Grat hoch. In unserem Blickwinkel der Südgipfel - steil vor uns. Etwa 30 Minuten unterhalb teilt uns Chuldim mit, dass wir umdrehen müssten, da wir zu langsam wären. Ich protestierte sofort und sagte dass für mich "Deadline" um 12.00 Uhr sei.
Das wäre auch mit dem Sauerstoff in Ordnung. Chuldim nahm dies zur Kenntnis. Für mich heute noch unverständlich warum dieser Einwand von ihm gekommen ist. Dann am Südgipfel, dieser Blick, unbeschreiblich, zum Greifen nahe, erst kurzer Abstieg, danach Schlüsselstelle Hillary Step und dahinter - der Hauptgipfel. Zum ersten mal begreifen wir, dass wir unser Ziel erreichen können. Die Verhältnisse sind gut, einige Bergsteiger kommen uns bereits vom Gipfel entgegen. Ich beginne trotz dicker Daunenhandschuhe mit meiner Digitalkamera aus der Hüfte zu fotografieren. Die letzten 1,5 Stunden -welche Schinderei, trotz Sauerstoff, und diese Aussicht, Wahnsinn, irgendwie, trotz wahnsinniger Schinderei erreichen wir den Gipfel.
11.24 Uhr, ein Wahnsinn, wir stehen am höchsten Gipfel der Erde, unglaublich, unbeschreiblich, Aufstiegszeit 13.39 Std., 15 Minuten fotografieren, schauen, genießen, die Erdekrümmung bewundern. Danach in nur 4 Std zurück ins Hochlager 4, eine Tortur, aber irgendwie ging es. Nun Schnee schmelzen und trinken. Wir sind sehr müde, die Gefahr beim weiteren Abstieg zu Stolpern sehr groß. Kurz entschließen wir uns eine ungeplante Nacht hier am Südsattel zu verbringen. Mit dem Rest an Sauerstoff den wir noch hatten - ausreichend.

22.Mai: 07.30 Uhr, mit den ersten Sonnenstrahlen bauen wir das Hochlager 4 ab und verstauen alles in unseren Rucksäcken. Es folgt ein 2 stündiger Abstieg ins Hochlager 3, anschließend Abbau des Hochlager 3 und weiterer Abstieg bis ins Hochlager 2, mit 25 kg am Rücken, wie erwartet, wieder sehr heiß. Um 20.00 Uhr erreichen wir endlich das Basislager, wo wir mit einem großen Hallo empfangen wurden. Erst jetzt ist der Erfolg gegeben. Gesund, unverletzt, nahezu unversehrt haben wir dieses Abenteuer hinter uns gebracht, aber die Erschöpfung und Strapazen kann man aus unseren Gesichtern lesen. Aber wir wissen auch, das geht schnell vorbei. Ein unbeschreibliches Gefühl - am höchsten Berg der Erde gestanden zu haben - niemand wird uns dies je nehmen können.

Vielen DANK an alle die an uns geglaubt haben, die die Daumen fest gedrückt haben, aber ganz besonders:
Fa. FISCHER SCHI, Fa. LOWA Schuhe, Fa. SCHOEFFL Bekleidung, Reini Hörmandinger für die Pressearbeit, Stephan Tuscher für die Berichterstattung auf meiner Homepage, sämtl. Kollegen und Vorgesetzte der POLIZEI für die Unterstützung und vor allem der Fa. AMICAL alpin für die hervorragende Organisation dieser Expedition.

Nach meiner Rückkehr in das wunderschöne Salzkammergut gibt's natürlich wie immer eine Bildberichterstattung auf meiner Homepage (www.herbertwolf.at). Letzte Grüsse aus dem Basislager und vielen Dank für das Interesse Ralph und Herbert

Impressionen

Hans Ebner

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