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Expedition Elbrus (5642 m)

Unter dem Vorsitz der Tiroler Polizei-Bergführer wurde heuer erstmals eine Auslandsbergfahrt organisiert, Ziel war der höchste Berg Europas, der Elbrus mit 5642 m Höhe in Russland.
Vorweg sei Stefan JUNGMANN, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Landeck, für die hervorragende Vorbereitung der Reise gedankt, alle Teilnehmer waren von der perfekten Organisation beeindruckt.

Die Gipfelstürmer trafen sich am 16. Mai 2007 am Flughafen Wien Schwechat und flogen gemeinsam nach Krasnodar, die Hauptstadt der gleichnamigen Region des Föderationskreises Südrussland. Dieser Föderationskreis umfasst das Gebiet des Nordkaukasus mit einer Fläche von ca. 585.000 qm2 (ca. 7 x Österreich) mit knapp 23 Mio. Einwohnern.

Die Busfahrt von Krasnodar in das hinterste Baksantal am Fuße des Elbrus dauerte insgesamt 12 Stunden. Mit eingerechnet mehrere Registrierungen für den Aufenthalt im Baksantal und Polizeikontrollen (unsere Buschauffeure waren erfahren im Umgang mit der Polizei und wussten, wie man die Kontrollen zeitlich im überschaubaren Rahmen hält…). In Polana Asau, unmittelbar neben der Talstation der Elbrus-Seilbahn bezogen wir in einem einfachen Hotel Quartier.

Bei unseren Bergunternehmungen wurden wir von Igor einem Ukrainischen Guide begleitet, ohne den sich Verhandlungen bei Seilbahnstationen, Militär o.ä. schwierig gestaltet hätten.

Die ersten 3 Tage dienten der Akklimatisation, wobei wir am 19. und 20. Mai in Richtung Elbrus unterwegs waren und bis in eine Höhe von ca. 4.700 m aufstiegen.

Auf der Prijut 11, einer im Jahr 1929 von 11 Wissenschaftern errichteten Hütte in ca. 4100 Metern Höhe verbrachten wir vom 20. auf den 21. Mai die Nacht. Nadja, unsere Köchin, verwöhnte uns mit ausgezeichnetem Abendessen und Frühstück. Zwischen 21.00 und 02.00 Uhr war in dem großen Lager, in dem wir alle verweilten, kein einziger Schnarcher zu hören – ein untrügliches Zeichen, dass kaum jemand geschlafen hatte.

Kurz vor 03.00 Uhr begann der Gipfelanstieg. Das Wetter war wie die Tage zuvor super: wolkenlos, kaum Wind und gemäßigte Temperaturen. Auf Grund der Verhältnisse machten die meisten in knapp 4.500 m das Skidepot und stiegen mit Steigeisen zum Gipfel, den alle Teilnehmer bis Mittag erreichten. Ein schöner Erfolg für eine 18-köpfige Gruppe. Der Aufstieg selbst ist technisch unschwierig, die lange Querung in den Sattel zwischen Ost- und Westgipfel zieht sich allerdings doch einigermaßen und zehrte an den Kräften.

Nach einem Rasttag entschlossen wir uns – mit wenigen Ausnahmen – zur Saisonabschluss-Skitour. Nach anfänglichen Mühen in den frühen Morgenstunden durch dichtes Gestrüpp entwickelte sich die Skitour zu einem echten Highlight: beeindruckende Landschaft inmitten der Gletscherwelt des Kaukasus, herrliches Wetter, und eine Firnabfahrt, die seinesgleichen sucht. Wahrlich ein krönender Abschluss der Saison!!

Leider gab es auch weniger positive Eindrücke der Reise: Insbesondere das Baksantal gleicht stellenweise einer Müllhalde. Das Umweltbewusstsein der Russen nähert sich dem Wert NULL – man hat den Eindruck, dass alles, was nicht mehr gebraucht wird, einfach weggeworfen oder liegengelassen wird. Dass sich auch niemand verantwortlich fühlt, den Müll wegzuräumen, rundet das Bild ab. Für uns Österreicher ein beinahe unbeschreiblicher Zustand, der in krassem Gegensatz zur Schönheit der Kaukasischen Berglandschaft steht.

Für das kommende Jahr wurde schon vorsichtig damit begonnen, neue Pläne zu schmieden. In Anbetracht der wirklich ausgezeichneten Organisation kann man sich darauf nur freuen.

 

Impressionen


Die Teilnehmer der Bergfahrt

Eindrücke der Busreise Krasnodar - Baksantal

"Verkehrsstau" bei der Anreise

Die russische Bevölkerung erwies sich als sehr kontaktfreudig.

Elbrus-Seilbahn - ein wahres Abtenteuer,
aber man gewöhnt sich daran


Tour zum Akklimatisieren in knapp 4000 m Höhe

Aufstieg zur Prijut 11 in ca. 4100 m Höhe

Schlaflose Nacht vor dem Gipfelanstieg

Sonnenaufgang in 4700 m Höhe

Robert Jölli, Heribert Patterer, Sepp Bierbaumer, Werner Brunflicker
auf dem Gipfel

Atemberaubende Kulisse bei der Abschlusstour

Stefan Jungmann, Martin Eiter, Andreas Steurer,
Peter Gasteiger, Norbert Zobl. Im Hintergrund der Elbrus.

Hans Ebner

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