Zusammenarbeit der Alpinpolizei, der Bergrettung Flirsch und dem NAH Christophorus 5
Der 21 jährige Schuler Martin war am 17. Juni 2007 als Mitglied einer mehrköpfigen Männergruppe zum diesjährigen Bergfeuern am Herz-Jesu-Sonntag auf die Dawinspitze, im Gemeindegebiet von Grins bzw Strengen aufgestiegen. Dort errichtete die Gruppe in einer sehr steilen Felswand kurz unterhalb des Gipfelgrates ein Kreuz, das sie beim Einbrechen der Dunkelheit entzünden wollten.
Gegen 21.40 Uhr wollte Schuler ohne Seilsicherung den Querbalken des Kreuzes anzünden und dürfte vermutlich auf einer Steinplatte ausgerutscht sein. Daraufhin stürzte er ca 80 Meter über die steile Felswand ab und blieb schwer verletzt unmittelbar vor einem senkrechten Felsabbruch liegen. Zwei seiner Begleiter stiegen zu Schuler ab und versorgten ihn, der Verletzte war ansprechbar, blutete stark im Schädelbereich und hatte sonstige Verletzungen am ganzen Körper. Anschließend setzten sie den Alpin-Notruf ab.
Aufgrund der schon eingetretenen Dunkelheit konnte der in der Nähe stationierte Notarzthubschrauber Christophorus 5 nicht mehr starten, die Bergrettung Flirsch sowie die Polizei-Bezirksleitstellte Landeck wurden verständigt.
Der AEG-Leiter, AI Jungmann erhielt um 21.59 Uhr die Meldung über den Alpinunfall, verständigte daraufhin seinen Stellvertreter und Bergführer KI Pfeifer und begab sich mit diesem zur Strengener Schihütte, von wo aus der Berge- und Rettungseinsatz koordiniert wurde.
Bergrettungsmänner aus Flirsch und die zwei Alpinisten stiegen sodann mit entsprechender alpin- und medizinischen Ausrüstung zum Unfallort kurz unterhalb des Gipfels der Dawinspitze auf 2968 m auf. Vom Gipfelgrat mussten sich die Rettungsmannschaften ca 80 Meter zum Verletzten über die steile Felswand abseilen und trafen dort gegen 01.13 Uhr ein. Da eine bodengebundene Bergung aufgrund der Dunkelheit, der Steilheit und Gefährlichkeit des Geländes nicht möglich und auch nicht zielführend war, entschloss man sich, in der Felswand mit dem Verletzten zu biwakieren und den Verletzten in den Morgenstunden mit dem Hubschrauber zu bergen. Schuler wurde entsprechend gelagert und medizinisch versorgt. Die noch anwesenden Mitglieder der Bergfeurer wurden von Bergrettungsmännern ins Tal gebracht, ein Bergrettungsmann und die zwei Alpinpolizisten blieben bei Schuler an der Unfallstelle auf einer Höhe von ca 2760 m. Aufgrund des schwierigen und gefährlichen Absturzgeländes war an ein „Einnicken“ nicht zu denken, zudem musste laufend der gesundheitliche Zustand des Verunfallten überprüft und vor allem die immer wieder stark blutenden Kopfverletzungen versorgt werden.
Um 04.15 Uhr nahm AI Jungmann Kontakt zum Notarzthubschrauber Christophorus 5 auf, da sich das Wetter verschlechterte und im Gipfelbereich bereits Nebel einfiel.
Ein erster Bergeversuch um 04.30 Uhr musste aufgrund der noch herrschenden Dunkelheit und des eingefallenen Nebels und Regens nur 20 Meter von der Unfallstelle entfernt abgebrochen werden. Um 05.00 Uhr konnte dann die Mannschaft des NAH Christophorus 5 mittels 40 Meter Taubergung den verletzten Schuler Martin in einem nur wenige Minuten andauernden Nebelloch bergen, vor wieder der Nebel und Regen einfiel und die Unfallstelle umhüllte. Schuler wurde ins KH Zams geflogen und dort stationär aufgenommen.
Der Bergrettungsmann und die zwei Alpinpolizisten kletterten am Seil gesichert bei Regen und Nebel zum Grat zurück und stiegen am Landweg zur Dawinalpe ab, die Rettungsaktion war geglückt und konnte ohne weitere Zwischenfälle gegen 07.00 Uhr des 18.6.2007 beendet werden.
Der Verunfallte Schuler Martin konnte mit einer Körperkerntemperatur von 37,5 Grad ins KH Zams eingeliefert werden. Die einzige Klage die Schuler hatte war, dass ihm während der ganzen Nacht viel zu warm war, was die Retter nicht teilen konnten.
Bei der Unfallstelle handelt es sich um eine sehr steile, mit lockeren Felsplatten und Steinen versehene Felswand, die teilweise mit Schnee durchsetzt ist. Ein Bewegen in diesem Gelände erfordert sehr viel Übung und Erfahrung, es herrschte große Steinschlag und Absturzgefahr. Nur durch die perfekte Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen (Bergrettung, Christophorus 5, Alpinpolizei) konnte dieser schwierige und gefährliche Einsatz zu Gunsten des Verunfallten durchgeführt werden.
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