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Spaltenstürze am Großglockner und Großvenediger 2004

3 slowenische Staatsangehörige stiegen am 17.04.2004 am Morgen von der Stüdlhütte über das Teischnitzkees mit Tourenziel Teufelskamp auf. Ohne Seil überquerten sie das spaltenreiche Teischnitzkees. In einer Seehöhe von ca 3.300 m brach südwestlich der Glocknerwand plötzlich unter einem der Slowenen eine ca 34 cm starke Schneebrücke ein, wodurch dieser ca 30 m in die darunter liegende Gletscherspalte abstürzte. Da die Gruppe kein Seil mitführte, war ein Absteigen bzw eine Bergung des abgestürzten und verletzten slow. Bergsteigers nicht möglich.

Eine abfahrende 3er Seilschaft aus Anras/Osttirol hörte die Hilfeschreie der Slowenen. Sie begab sich zur Unfallsstelle. Über den Euronotruf konnte die Gendarmerie in Lienz verständigt und in weiterer Folge ein Alpineinsatz zur Rettung des Verunglückten eingeleitet werden. Trotz Schlechtwetters konnten die Einsatzkräfte der Alpingendarmerie, der Bergrettung und ein Bergrettungsarzt mit den Hubschraubern des BMI und ÖAMTC (C7) bis unter die Stüdlhütte geflogen werden. In der Zwischenzeit war einer der Bergsteiger aus Osttirol in die Gletscherspalte zum Verletzten absteigen und ihn mit warmer Kleidung und Getränken versorgen. Noch vor dem Eintreffen der im Tal organisierten Rettungskräfte konnte der Verletzte vom in der Zwischenzeit eingetroffenen Hüttenwirt der Stüdlhütte Georg Oberlohr und der Osttiroler Bergsteigergruppe aus der Spalte geborgen werden. Im Anschluß wurde der Verletzte trotz schlechter äußerer Bedingungen vom HS C7 geborgen und in das Krankenhaus Lienz geflogen werden. Dort wurde eine schwere Unterkühlung, Gesichtsschädelfrakturen und eine Beckenprellung diagnostiziert.

2 deutsche Staatsangehörige brachen am 18.04.2004, gegen 09.00 Uhr von der Neuen Pragerhütte auf, um den Großvenediger über das Schlatenkees ohne Seilsicherung zu besteigen. Gegen 12.00 Uhr brachen sie infolge Schlechtwetters die Tour unterhalb des Kleinvenedigers in einer Seehöhe von ca 3.400 m ab. Bei der Abfahrt zur Neuen Pragerhütte rutschte einer der beiden knapp oberhalb des Niedrigen Zaunes (ca 3.050m) mit seinen Tourenschi auf dem blanken Gletschereis aus und kam zu Sturz. Er rutschte ca 30 m weiter und stürzte dann in eine Gletscherspalte, wo er 7 m tiefer liegen blieb. Bei dem Sturz zog er sich schwere Schulter- und Hüftverletzungen zu. Vom Hüttenwirt der Neuen Pragerhütte wurde der Unfall beobachtet. Dieser setzte sofort einen telefonischen Notruf ab. Aufgrund des Schlechtwetters mussten die Rettungskräfte der Alpingendarmerie und des Bergrettungsdienstes zu Fuß aufsteigen. Nach der Bergung aus der Gletscherspalte und notärztlichen Versorgung durch den Bergrettungsarzt wurde der Verunglückte mittels Akja zur Neuen Pragerhütte gebracht. Ein weiterer Abtransport Richtung Tal war an diesem Tage nicht mehr möglich. Er konnte erst am Tag darauf mit dem Akja zum Talschluß nach Innergschlöß gebracht und von dort mit dem HS C7 in das Krankenhaus Lienz gebracht werden.

H. Schranz für A. Riepler

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