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Alpinausbildung LGK Kärnten - Schiüberschreitung "Hoch Tirol"

Kärntner Alpinausbildung auf der Schiüberschreitung „Hoch Tirol“

Vom 4. bis 12.3. 2004 stellten sich 15 Kärntner Alpingendarmen im Rahmen der Alpinausbildung einer besonderen Herausforderung. Die unter dem Namen "Hoch Tirol" bekannte Schiüberschreitung von Kasern im Ahrntal über den Großvenediger bis zum Großglockner.

Im Einberufungsbefehl stand der lapidare Satz: "Die Teilnehmer haben sich fachlich und körperlich auf den Ausbildungskurs vorzubereiten". Bereits am ersten Tag wurde allen Teilnehmern bewusst, dass diese Aufforderung sehr ernst gemeint war, denn ohne Vorbereitung wäre die 6 Stunden Etappe über das Umbalthörl, anschließender Abfahrt und Aufstieg zum Reggenthörl sehr hart und nur schwer zu schaffen gewesen. Begleitet von eisigem Wind brachten alle Teilnehmer diese erste Bewährungsprobe hinter sich. Der zweite Tag war im Vergleich dazu ein Rasttag. Der Aufstieg auf den Großen Geiger ist mit 1200 Höhenmetern Teil der Schiüberschreitung und die Abfahrt führt normalerweise zur Johannishütte. Diesmal kehrten wir jedoch zur Essener Rostocker Hütte zurück, da die Johannishütte noch nicht geöffnet hatte. Das bedeutete für den nächsten Tag zusätzliche 700 Höhenmeter im Aufstieg, um über das Türmljoch zum Ausgangspunkt für die Besteigung des Großvenedigers zu kommen.

Erst dann konnten die eigentlichen 1400 Höhenmeter dieses Tages in Angriff genommen werden. Für die Bergführeranwärter Insp Michael BACHLECHNER und RevInsp Martin BUCHACHER war die Planung und Führung der Tagesetappen eine besondere Herausforderung. Und auch die in Ausbildung zur Gendarmerie - Hochalpinistin stehende Insp Martina DONNER, Mag. musste einen Teil zur Tourenplanung beitragen. Durch die geringen Schneemengen im Venedigergebiet war die Abfahrt über das spaltenreiche Schlattenkees sehr anspruchsvoll. Als wir am Nachmittag am Ende des Gletschers vor einer 70 m hohen Barriere aus steilem Blankeis standen, wussten wir endgültig, dass die Auswirkungen der Gletscherrückgänge auch bei Frühjahrsschitouren bemerkbar sind. Die Teilnehmer mussten jeweils zu zweit samt Schi abgeseilt werden. Erst nach 11 Stunden erreichten wir das Kalser Tauernhaus. Das heranziehende Schlechtwetter machte uns einige Sorgen, doch als wir am Morgen bemerkten, dass nur zwei Zentimeter Schnee gefallen ist, wussten wir, dass die Überschreitung der Amertaler Höhe zur Rudolfshütte möglich sein musste. Die etwas lahmen Beine wurden bald wieder warm und je höher wir kamen, desto mehr Schnee lag auf den Hängen. Gott sei Dank war die Sicht noch einigermaßen, dass wir die Lawinengefahr noch gut beurteilen konnten. Dennoch waren die Entscheidungen nicht einfach und jeder Teilnehmer konnte von der Erfahrung und Umsicht der Bergführer profitieren und dazulernen. Nach 7 Stunden erreichten wir bei immer schlechterem Wetter die Rudolfshütte. Durch 30 cm Neuschneezuwachs war von vornherein klar, dass die Abfahrt durch das Dorfertal nach Kals nur möglich ist, wenn der Wind den Schnee nicht allzu sehr verfrachtet hat und entsprechende Sicht zur Beurteilung vorhanden ist.

Da man bis zur entscheidenden Stelle über die Piste aufsteigen kann, wollten wir die Entscheidung ebendort treffen. Doch schon bei der Abfahrt zum Kalser Tauern, der Übergang ins Dorfertal, bemerkten wir, dass die Schneeverfrachtung enorm und die Abgangsbereitschaft der eingelagerten Schneebretter sehr hoch war. Zudem erschwerte der Nebel die Beurteilung.

Deshalb entschlossen wir umzudrehen und über die Piste nach Uttendorf abzufahren. Den Transfer zum Lucknerhaus organisierten wir mit zwei Kleinbussen. Damit war die Überschreitung abgeschlossen, es wartete noch der zweite Teil der Ausbildung mit theoretischem Unterricht und praktischen Übungen, aber auch der krönende Abschluss der "Hoch Tirol", der Großglockner.

Beim Aufstieg zur Stüdlhütte war Kaiserwetter: Dunkelblauer Himmel bei Minus Zehn Grad. Die Gruppe mit den Bergführeranwärtern wollte die geringe Schneehöhe ausnützen und über den Stüdlgrat aufsteigen, der Rest machte sich über den Normalweg zum Gipfel auf. Doch am Stüdlgrat kam immer heftigerer Sturm auf und bei der Schlüsselstelle, der sg. Platte, entschied die Mannschaft, umzukehren. Weiße Nasenspitzen und Gleichgewichtsprobleme wegen des heftigen Windes unterstrichen diese Entscheidung. Aber auch die Kollegen am Normalweg kehrten wegen des heftigen Sturmes um.
Als Fazit blieben von diesem Ausbildungskurs eindrucksvolle 8000 Höhenmeter im Aufstieg, hohe Anforderungen bei der Planung und Durchführung, sowie ein hohes Maß an praktischer Wissensvermittlung von der jeder einzelne profitieren konnte.

Text: Josef Bierbaumer

Impressionen

   

Großvenediger

 

Reggenthörl

Südlgrat - Großglockner

 

 

 

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