Home Verband Links Aktuelles Sponsoren News

News

Erstbesteigung der "Police One" IX- Wallinger Hans - Schwaiger Manfred

Bericht über die Erstbesteigung der „Police One“ in der Hochkogel NW-Wand im Tennengebirge durch Wallinger Hans und Schwaiger Manfred

Nach vielen schwierigen Erstbegehungen in den letzten Jahren hatten wir im Frühjahr 2002 eine verrückte Idee. Eine neue Route durch die Hochkogel Nordwestwand im Tennengebirge. Die ideale Linie war schnell gefunden. Ein Problem war der enorm lange Zustieg über 1000 Höhenmeter mit dem schweren Klettermaterial. Hans präparierte das Erste Stück des Zustieges als eine Art Klettersteig mit Fixseil und Eisenstiften. Wir hätten sonst bereit vom Tal weg 2 Seillängen bis zum V. Schwierigkeitsgrad in brüchigem Fels und einem kurzen Stück Canyon mit Wasserfall klettern müssen. Ca 60 kg Klettermaterial deponierten wir anschließend in einer kleinen Höhle am Wandfuß. Dann ging es endlich los und das sofort mit Vollgas.

Gleich die 1. SL war bereits ein Plattenquergang von fast 30 Meter, Schwierigkeitsgrad VII+. Die Bohrmaschine wollte nicht so richtig funktionieren und Hans glaubte der Felsen sei dort so hart. Später bemerkten wir dann aber, dass die Spitze des Bohrers abgebrochen war. Wir kamen an diesem Tag trotzdem 4 Seillängen hinauf. Bei dem Linksquergang in der 4. SL stürzte Hans und zog sich dabei eine Fersenprellung zu. Ende für diesen Tag und Abstieg mit der Fersenprellung. Es war sowieso höchste Zeit denn die Dunkelheit brach bereits herein und wir wurden von Krämpfen in Armen und Beinen geplagt.

Beim nächsten Angriff schafften wir drei weitere Seillängen. Der dritte Versuch brachte uns dann immerhin eine ganze Seillänge weiter. Die Route hatte nunmehr 8 Seillängen, 2 davon im 9. Schwierigkeitsgrad und wir waren erst in Wandmitte angelangt. Für den nächsten Zustieg zum Umkehrpunkt hätten wir mindestens 7 Stunden benötigt. Wir beschlossen daher, eine Abseilpiste über die Wand zu errichten und dann bei unserer Route weiter zu machen. Im Frühjahr 2003 war es soweit. Wir errichteten ein Depot mit Klettermaterial am Gipfel. Die Abseilpiste war schnell eingerichtet und wir kletterten vom Endpunkt des Vorjahres weiter bis zur großen Terrasse. Es wurde aber wieder viel zu früh dunkel und daher noch ein Tag zur Vollendung der Route notwendig. Am 22.06.2003 war es endlich soweit. Der Gipfel war nach insgesamt 5 anstrengenden Klettertagen erreicht und ca. 140 Bohrhaken im Felsen versenkt. Hans konnte Ende Juli die 19 Seillängen der Route erstmals in freier Kletterei durchsteigen und brauchte dafür 9 Stunden. Eine Rotpunktbegehung steht derzeit noch aus.

Text: Manfred Schwaiger

>> Übersicht-TOPO als PDF-Datei (250 kb) <<

Impressionen

 

 

 

 

 

zurück zur Übersicht

Europäischer PolizeibergführerverbandÖsterreichischer PolizeibergführerverbandDeutscher PolizeibergführerverbandSchweizer PolizeibergführerverbandLogin

© pm-design 2006-2010