Für viele Menschen übt AFRIKA eine eigene Faszination aus. Vieles kennt man nur vom Fernsehen - UNIVERSUM einmal hautnah erleben.
Im Februar dieses Jahres unternahmen wir eine Reise nach Uganda, unter dem Motto: Bergsteigen an den Quellen des Nils – und - Safari in Ostafrika.
Uganda liegt zwischen dem Zentralafrikanischen und Ostafrikanischen Graben, direkt am Äquator. Das Binnenland von der Größe Deutschlands hat eine Bevölkerungsdichte ähnlich wie Österreich. Seen wie der Lake Victoria, der zweitgrößte Süßwassersee der Welt, und Flüsse wie der legendäre Nil, bedecken ein Viertel der Landoberfläche. Der Nil, welcher am Fuß des Ruwenzorigebirges im Westen Ugandas entspringt, später im Norden die Lebensader für den Sudan, Äthiopien und Ägypten bildet und schließlich nach 6.671 km in das Mittelmeer mündet, ist der längste Fluß der Welt. Wasserspender für Millionen von Men-schen. Die gesamte Kultur des Abendlandes wäre ohne Nil nie entstanden.
Uganda, einst die Perle Afrikas, erholt sich zusehends von den Unruhen und Bürgerkriegen, welche das Land beinahe zwei Jahrzehnte erschütterten. Nach der Schreckensherrschaft Idi Amins folgten 8 Jahre grausamster Bürgerkrieg. Nicht nur über 1 Million Menschen fanden dabei den Tod, auch Millionen von Tiere wurden abgeschossen.
Langsam kehren die Touristen wieder zurück und auch der Tierbestand erholt sich. Man findet hier zwar nicht die riesigen Herden wie in Kenya oder Tanzania, doch die Vielfalt der Tierwelt ist einzigartig.
Das größtenteils auf ca 1.000 m Seehöhe grüne Plateau hat ein gemäßigtes tropisches Klima, Jahresdurchschnittstemperatur zwischen 15 und 30 Grad C. Die teils üppige Vegetation ist den reichhaltigen Niederschlägen der Großen Regenzeiten gegen November bzw April zu ver-danken. Eine richtige Trockenzeit dazwischen gibt es praktisch nicht.
Von den afrikanischen Fünftausendern Kilimandscharo, Mount Kenya und Ruwenzori sind die „Mondberge“ das wildeste und wegen des extremen Klimas am schwierigsten zugängliche Massiv. Dieser knapp am Äquator gelegene Gebirgsstock ist größenmäßig mit den Hohen Tauern vergleichbar und liegt im Grenzgebiet zwischen Uganda und dem Kongo. Der höchste Gipfel, die Margheritaspitze, misst 5.109 m. Im Gegensatz zum Kili und Mount Kenya, welche vulkanischen Ursprungs sind, ist der Ruwenzori ein Urgesteinsmassiv.
Ruwenzori bedeutet in der Einheimischensprache „Der Regenmacher“ – es regnet durch-schnittlich 320 Tage im Jahr. Das bedingt eine einzigartige Fauna und Vegetation bis auf eine Höhe von 4.500 m. Rauhreifkaskaden und gefrorene Wasserfälle wachsen aus dem tropischen Gletscher (deshalb Mondberge). Die Besonderheit dieses Gebirges ist der Bergurwald. Riesenwüchsige Blumen erreichen die Dimensionen von Bäumen, man durchsteigt eine unvergleichliche Landschaft. Zusätzlich zu den feuchten Bedingungen erschweren eine ca 1000 Höhenmeter durchgehende Schlamm- und Moorzone den Aufstieg.
1. Tag:
Abflug von Wien um 06.30 Uhr über Brüssel nach Entebbe, Ankunft nach 10 Stunden Flug-zeit.
2. Tag:
Fahrt mit einem Toyota Landcruiser über Kampala ca 300 km nach Norden. Einzigartiges Zeltlager am Ufer des Weißen Nil.
3. Tag:
Safari im Murchison Falls National Park, im Nildelta am Lake Albert – Uganda Kobs, Giraf-fen, Elefanten und Löwen.
4. Tag:
Bootsfahrt entlang des Weißen Nil, am Ufer Herden von Krokodile und Flußpferde. Fuß-marsch entlang des Murchison Fall. Hier zwängt sich der 50 m breite Nil durch eine nur 7 m breite Schlucht und stürzt 45 m tosend in die Tiefe.
5.-6. Tag:
450 km Fahrt nach Fort Portal, großteils davon auf Schotterstraßen. Nächtigungen in schönen Lodges.
7. Tag:
Anmelden im Ruwenzori Mountaineering Service in Kasese, anschließend Organisation des Trekkings im Ausgangspunkt Ibanda, 1.520 m Sh. Von hier führt der Weg durch üppige Strauch- und Farnwälder entlang des Mubuku-Flusses bergwärts. Nach ca 4 Stunden Aufstieg die erste Nächtigung in der Nyabitaba Hütte auf 2.650 m Sh.
8. Tag:
Über morastige Wege, spitze Steine und Wurzelwerk durchsteigen wir entlang des Bujuku-Flusses die Bleichmooszone. Die ersten Senecien tauchen auf und nach 7 stündiger Wande-rung erreichen wir die John Mate Hut, 3.350 m. Erstmals Blick auf die Gletscherberge.
9. Tag:
Nach mehreren Flußüber(-durch)querungen befinden wir uns mitten in den „Bogs“. Darunter ist eine sumpfige Schlammlandschaft mit mannshohem Tussockgras zu verstehen. Das Ge-hen, mittlerweile in Gummistiefeln, ist eher ein unrhytmisches Fortbewegen, ein Hüpfen von Grasbüschel zu Grasbüschel. Einerseits beschwerlich, andererseits ideale Voraussetzungen für einen Bauchfleck. Wunderschöne Lobelien und riesige Sträucher von Afrikanischem Edelweiß säumen den Weg. Schließlich taucht inmitten eines großartigen Senecienwaldes der Bujukusee, und auf 3.977 m das Bujuku-Camp auf.
10. Tag:
Erster Gipfel- und zugleich Akklimatisationstag. Der „nur“ 4.890 m hohe Mt Speke, der leichteste unter den Ruwenzori-Gipfeln, erfordert Seilsicherung auf den bemoosten und rutschigen Felspassagen. Auch der Gletscher wird am Seil begangen. 8 Stunden für Auf- und Abstieg. Wieder Nächtigung in der Bujuku-Hut. Die desolate Blechhütte teilen wir mit unzäh-ligen Mäusen und Ratten.
11. Tag:
4-stündiger Aufstieg zur Elena Hut, 4.540 m, dem Ausgangspunkt für die Besteigung des höchsten Ruwenzori-Gipfels. Nun wechseln wir unser Schuhwerk von Gummistiefel auf Steigeisen. Herrliches Wetter, warme Temperaturen.
Auch hier, am Rande des Stanleygletschers, sind trotz der hohen Niederschlagsmengen die Spuren des weltweiten Gletscherrückganges deutlich zu erkennen.
12. Tag:
Wir hätten doch noch am Vortag auf den Gipfel gehen sollen. Starker Nebel und Sturm lassen uns am Morgen 1 Stunde lang den Gipfelgang verschieben.
Dann probieren wir es trotzdem. Am Gletscher finden wir Gott sei Dank eine kaum sichtbare alte Spur, das erleichtert uns die Orientierung im dichten Nebel. Nach 4 Stunden Aufstieg mit Seil und Steigeisen stehen wir auf 5.109 m, am dritthöchsten Berg Afrikas.
Noch am selben Tag steigen wir bis zur John Mate Hütte auf 3.350 m ab.
13. Tag:
Der Kreis schließt sich. Ein langer Weg führt zurück zum Nyabitaba Camp und weiter ins Tal. In Ibanda, dem Ausgangspunkt, Sachen verpacken und Verabschiedung von den Trägern.
Bei der Fahrt in die Mweya Lodge können wir unmittelbar am Straßenrand einen liebestollen Leoparden beobachten. Vor Staunen vergessen wir zu fotografieren.
Anschließend duschen – trocken legen – Fisch essen - Bier trinken - nach 8 Tagen am Berg endlich wieder einmal mit den Lieben zu Hause telefonieren.
14. Tag:
Eine Bootsfahrt am Kanzinga-Kanal, welcher den Lake Edward mit dem Lake George ver-bindet, bietet einen faszinierenden Eindruck von dieser tropischen Flußlandschaft Afrikas. Übernachtung in der luxuriösen Jakama Lodge.
15. Tag:
Weiterfahrt in Richtung Süden nach Isasha im Queen Elizabeth National Park. Dort Zeltlager direkt am Isasha River, dem Grenzfluß zum Kongo.
16. Tag:
Ganztägige Safari im Queen Elizabeth Park. Dieses Naturreservat im westlichen Bereich des Ostafrikanischen Grabenbruchs ist nicht nur die Heimat von Elefanten, Nilpferden, Büffeln, verschiedenster Affen, Paviane, Buschböcke, Uganda Kobs und Topis, sondern auch von den sonst nirgendwo anzutreffenden Baumlöwen. Auf den weit ausladenden Ästen des Feigenbau- mes ruhen sie sich nach erfolgreicher Jagd aus. Vergeblich halten wir nach ihnen Ausschau.
17. Tag:
Am Vormittag nur Affen, Elefanten- und Büffelherden. Erst am Nachmittag haben wir Glück und entdecken 5 erwachsene und 8 junge Löwen im Busch. Wegen der Paarungszeit sind sie jetzt nicht auf den Bäumen.
18.- 19. Tag:
7-stündige Fahrt in das südlich angrenzende Ruanda. 300 km auf schlechtesten Straßen, und über einen 2.600 m hohen Pass. Ruanda - ein Drittel der Fläche Österreichs und dreimal so viele Einwohner – ein politisches Pulverfass.
An den Hängen der Virunga-Vulkane wollen wir die Berggorillas besuchen. 300,-USD pro Person kostet der Eintritt in den Virunga-Nationalpark, nur 8 Personen pro Tag dürfen zu den Gorillas. Unsere Gorilla-Pirsch wird um 2 Tage verschoben. Der Termin ist nicht eingetragen, obwohl wir Monate vorher gebucht hatten. Tatsächlich haben andere Besucher etwas mehr Eintrittsgeld bezahlt.
Es gibt in diesem Gebiet nur mehr ca 380 Stück Berggorillas. Sie leben in Gruppen bis zu 30 Tieren, und nur zwei Gruppen wurden an Besucher gewöhnt. Nationalparkwärter halten sich ständig in der Nähe der Gorillas auf und können so den Aufenthaltsort der Tiere bekanntge-ben, sonst würde man als Besucher vermutlich nie einen Berggorilla finden.
Sie sind trotz ihrer imposanten Größe sehr friedliche Wesen. Man erhält vorher genaue In-struktionen wie man sich verhalten soll, falls ein Tier aggressiv werden sollte oder sich ein Gorilla neugierig dem Rucksack eines Besuchers nähert. Man kann bis auf wenige Meter an die Tiere heran, darf sie jedoch nicht berühren. Für den Menschen harmlose Krankheitserreger wie zB Schnupfen könnten für sie tödlich sein.
Wir steigen in 3 Stunden auf ca 3.300 m, bis unser Führer plötzlich auf etwas Dunkles, we-nige Meter vor uns in den Dschungelblättern hockendes Wesen zeigt. Ein ausgewachsenes Gorillamännchen knabbert genüßlich an ein paar Bambussprossen. 2 Stunden lang können wir nun 17 Tiere aus nächster Nähe beobachten. Allein der Gedanke, dass für diese Wesen kein Platz auf unserer Erde mehr sein soll, stimmt irgendwie traurig. Ein einzigartiges Erlebnis.
Diane FOSSEY, die berühmte Gorilla-Forscherin, hat hier 18 Jahre gelebt und erstmals auf das Schicksal dieser Tiere weltweit aufmerksam gemacht. Ihr Buch „GORILLAS IM NEBEL“ wurde ein Bestseller und später verfilmt. Sie selbst jedoch wurde der Regierung und auch den Wilderern unbequem. Im Jahre 1985 fand man sie in ihrem Lager – ermordet.
Die Bevölkerung wächst derart schnell, dass die Leute ihre Felder bereits bis auf 2.500 m hinauf bewirtschaften. Darüber beginnt der Dschungel mit der Vegetation, welche die Tiere für ihr Leben brauchen. In das Weideland eindringende Gorillagruppen werden von den Bauern als Feinde betrachtet und getötet. Und weiterhin werden diese seltenen Tiere von Wilderern abgeschossen, oder mit Fallen gefangen und weltweit an Zoos verkauft. Derzeit überwacht die Regierung den Bestand, sollte jedoch wieder einmal Bürgerkrieg ausbrechen, interessieren die Gorillas niemanden mehr.
Der Besuch bei dieser hoffentlich nicht aussterbenden Tierart bildet zweifellos den Höhe-punkt unserer dreiwöchigen Reise. Eine Reise in eine fesselnde Gegend, in jenen Kontinent, wo auch wir Menschen unseren Ursprung haben sollen.
Teilnehmer:
Erwin KORZENDÖRFER – Bergfreund aus Wien – langjähriger Afrika-Kenner und Organisator dieser Reise,
Helmut ZIESER - führt ein Optik–, Uhren– und Schmuckgeschäft in Radenthein,
Erwin SCHUMI- Gendarmeriebergführer aus Seeboden, und
Bruno MAIERBRUGGER – Gendarmeriebergführer aus Bad Kleinkirchheim.
Inhalt: Bruno Maierbrugger |